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	<title>Volkmar Kobelt &#187; Internetzensur</title>
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		<title>Internetzensur</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 09:49:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkmar Kobelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornographie]]></category>
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		<category><![CDATA[Rechtsfreier Raum]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Vorhaben der Bundesregierung zum Schutz von Kindern vor pornographischem Missbrauch  scheint in herk&#246;mmlichen Medien noch wenig Beachtung zu finden. Um den Gewinn der kommerziellen T&#228;ter zu schm&#228;lern und damit den Missbrauch zur&#252;ckzudr&#228;ngen, sollen (zun&#228;chst in technisch relativ schwacher Weise) kinderpornographische Seiten im World Wide Web (WWW) gesperrt werden. (Nicht gel&#246;scht, nur ihre Ansicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Vorhaben der Bundesregierung zum Schutz von Kindern vor pornographischem Missbrauch  scheint in herk&#246;mmlichen Medien noch wenig Beachtung zu finden. Um den Gewinn der kommerziellen T&#228;ter zu schm&#228;lern und damit den Missbrauch zur&#252;ckzudr&#228;ngen, sollen (zun&#228;chst in technisch relativ schwacher Weise) kinderpornographische Seiten im World Wide Web (WWW) gesperrt werden. (Nicht gel&#246;scht, nur ihre Ansicht bei Benutzer-n&#228;heren Durchleitern, Access-Providern, verschleiert.) Auch eine gr&#246;&#223;ere Sauberkeit des WWW wird damit anscheinend angestrebt. Einzelheiten (aus kritischer Sicht) mit Verweisen auf Diskussionsbeitr&#228;ge im Netz sind von Lutz Donnerhacke auf <a href="http://netzpolitik.org/2009/hintergrundtext-kinderpornographie-internet-sperren/">http://netzpolitik.org/2009/hintergrundtext-kinderpornographie-internet-sperren/</a> zusammengetragen.</p>
<p>Welche Web-Seiten als kinderpornographisch anzusehen sind, soll das Bundeskriminalamt (BKA) entscheiden. Das BKA soll dann Listen dieser Seiten an sog. Internet-Provider schicken, die (zun&#228;chst gem&#228;&#223; &#8220;freiwilliger&#8221; Vereinbarung) diese Sperren einrichten. Die Implikationen (wie z. B. die Tendenz zur Aufhebung der Gewaltenteilung) wurden im Netz eigentlich schon hinreichend diskutiert.</p>
<p>Hier nur einige Sichten eines &#196;lteren und eigentlich weniger Politischen: Das Sperr-Vorhaben soll eines aus einer Reihe von Problemen mit den neuen Informations- und Kommunikationstechniken l&#246;sen. Als ein weiteres (solches Problem) wird schon lange die M&#246;glichkeit unkontrollierbaren Nachrichtenaustauschs &#252;ber weite Entfernungen gesehen. Einschr&#228;nkende Ma&#223;nahmen werden u. a. gern damit begr&#252;ndet, dass das Kommunikationsnetz kein rechtsfreier Raum sein darf. Das ist es aber eigentlich ja sowieso nicht: Gesetze gegen b&#246;se Taten gelten weitgehend unabh&#228;ngig von der daf&#252;r verwendeten Technik, und die Polizei hatte auch bisher schon entlang dieser Technik begr&#252;&#223;enswerte Fahndungs-Erfolge.  Als Versuch eines Gleichnisses: Bislang konnte man zu zweit im Wald spazierengehen und dort sicher vor Mith&#246;rern miteinander sprechen. Das war auch erlaubt. Ist nun der Wald ein rechtsfreier Raum, weil er nicht mit Abh&#246;rger&#228;ten durchsetzt ist?</p>
<p>Ich bin in die durch das Grundgesetz mitbestimmte Gesellschaft hineingewachsen. Dabei kamen mir gewisse Grundrechte so selbstverst&#228;ndlich vor, dass ich mich &#252;ber deren explizite Darstellung im Grundgesetz wunderte. Das tue ich jetzt nicht mehr. Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Pressefreiheit, &#8220;Eine Zensur findet nicht statt&#8221;: Solche Rechte wurden unter einmaligen Bedingungen von Vertretern eines hellen Aufbruchs festgeschrieben. Anscheinend gilt das inzwischen manchem als leicht &#252;berholter kindlicher Idealismus und leichthin zu ignorieren.</p>
<p>Das Internet mit den darauf aufbauenden I&amp;K-Techniken (wie Web und Mail) ist wie ein wachsendes Beh&#228;ltnis f&#252;r ein Meer aus guten und schlechten Inhalten. Das kann niemand mehr &#252;berblicken. Manche M&#228;chtige sehen sich dabei anscheinend verpflichtet und f&#228;hig, die Str&#246;me in diesem Meer zum Wohl aller zu strukturieren und zu lenken. Dabei sind die Vorteile gegen&#252;ber Verletzungen der Prinzipien des Grundgesetzes abzuw&#228;gen. Ich glaube, dass solches Vorgehen schlechthin zu weniger Zivilisation und Wohlstand f&#252;hren w&#252;rde als das strikte Einhalten der Grundrechte-Artikel. Die Obrigkeit sollte die (komplexer gewordenen) Umst&#228;nde hinnehmen wie den abh&#246;rfreien Wald und das Beste daraus machen (lassen).</p>
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