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	<title>Volkmar Kobelt &#187; Alkoholunfälle</title>
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		<title>Alkoholunf&#228;lle</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 18:33:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkmar Kobelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft und Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Alkoholunfälle]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrsunfälle]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Artikel &#252;ber den Sinn von Geschwindigkeitsbeschr&#228;nkungen im Stra&#223;enverkehr und deren &#220;berwachung erinnert mich an einen meiner alten M&#228;ngel an Verst&#228;ndnis:
Alkohol sei eine der Hauptunfallursachen im Stra&#223;enverkehr, hei&#223;t es. Das will man anscheinend &#228;ndern. Also, nach Ma&#223;gabe anderer Unfallursachen auf dieser Betrachtungsebene: M&#252;digkeit, Drogen, mangelndes Training, Abwesenheit der Gedanken, Leichtsinn, oder was noch? den Anteil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein <a href="http://www.antibuerokratieteam.net/2009/02/02/die-ganz-schnelle-abzocke/">Artikel</a> &#252;ber den Sinn von Geschwindigkeitsbeschr&#228;nkungen im Stra&#223;enverkehr und deren &#220;berwachung erinnert mich an einen meiner alten M&#228;ngel an Verst&#228;ndnis:</p>
<p><em>Alkohol</em> sei eine der Hauptunfallursachen im <em>Stra&#223;enverkehr,</em> hei&#223;t es. Das will man anscheinend &#228;ndern. Also, nach Ma&#223;gabe anderer Unfallursachen auf dieser Betrachtungsebene: M&#252;digkeit, Drogen, mangelndes Training, Abwesenheit der Gedanken, Leichtsinn, oder was noch? den Anteil an alkoholverursachten Unf&#228;llen verringern.</p>
<p>Verwirrend ist dabei, dass als hierzu konkurrierende Ursachen &#228;u&#223;ere Umst&#228;nde oder falsches Verhalten genannt werden, z.B. &#252;berh&#246;hte Geschwindigkeit. Also: Jemand fliegt mit seinem Fahrzeug aus der Kurve, weil er zu schnell dort hineingefahren ist. Wird dann eine Alkoholisierung bei ihm festgestellt, dann wird die zun&#228;chst angenommene Ursache anscheinend durch die Alkoholisierung ersetzt. Dieser Anschein wird zumindest von dem einen oder anderen <a href="http://www.rp-online.de/public/article/auto/ratgeber/444423/Eine-Unfallursache-kommt-selten-allein.html">Bericht</a> erweckt, in dem diese Ursachen nebeneinandergestellt und addiert werden.</p>
<p>Zu dieser Logik passt auch, dass zumindest in Zeitungsberichten gelegentlich der Anschein erweckt wird, dass Alkoholisiertheit als strafversch&#228;rfend f&#252;r Unfallverursacher gewertet wird. Nat&#252;rlich kann eine Unfallverursachung als Indiz f&#252;r die Sch&#228;dlichkeit eines Alkoholspiegels genommen werden und der Strafrahmen f&#252;r diesen daraufhin voll ausgesch&#246;pft werden. Aber umgekehrt? Fr&#252;her wurde Alkoholisiertheit als mildernder Umstand f&#252;r einen Unfallverursacher angesehen. Manche scheinen jetzt ggf. eher N&#252;chternheit als mildernden Umstand anzusehen. (Tats&#228;chliche Gerichtsurteile scheinen aber sachgerechter zu sein.)</p>
<p>Alkohol als tats&#228;chliche Ursache f&#252;r ein erh&#246;htes Risiko f&#252;r T&#246;tungen bei Verkehrsunf&#228;llen wird zun&#228;chst plausibel in einer <a href="http://www.dvr.de/site.aspx?url=html/betriebe_bg/daten/unfallstatistiken143.htm">Tabelle</a> des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (nach Statistischem Bundesamt). Aber eigentlich zeigen diese Tabellen nur, dass bei Unf&#228;llen, bei denen mindestens eine Person zu Schaden gekommen ist, der relative Anteil solcher mit Todesfolge bei Alkohol-Fahrt gr&#246;&#223;er ist als im allgemeinen Fall (ohne Alkohol). &#220;ber das Risiko von Alkoholfahrten (im Vergleich zu sonstigen Fahrten und &#252;berhaupt und insbesondere bei geringer Alkoholisierung) scheint mir daraus schwer etwas zu schlie&#223;en zu sein. Da Nichtalkoholfahrten zu viel mehr Unf&#228;llen f&#252;hren, sollte dem Zur&#252;ckdr&#228;ngen von gef&#228;hrlichem Verhalten an sich und von gef&#228;hrlichen &#228;u&#223;eren Umst&#228;nden vielleicht mehr Gewicht in der &#214;ffentlichkeit gegeben werden.</p>
<p>Wie jeweils auf die Urs&#228;chlichkeit der Alkoholisierung eines Beteiligten an einem Unfall geschlossen wird, scheint aus Zeitungsberichten und leicht zug&#228;nglichen Statistiken schwer erschlie&#223;bar zu sein (in Extremf&#228;llen ist ein Zusammenhang bei W&#252;rdigung der Umst&#228;nde u.U. nat&#252;rlich zu vermuten). Einzelheiten insbesondere zum Anteil dieser Ursache an allen Unf&#228;llen stehen in einem Bericht des Statistischen Bundesamts &#252;ber &#8220;<a href="http://www.dvr.de/download/US_Alkoholunfaelle_2007.pdf">Alkoholunf&#228;lle im Stra&#223;enverkehr</a>&#8220;. (Oder sollte man Korrelation sagen: Unter den Unfallbeteiligten gab es so und so viele Alkoholisierte? Naja, das allein ist nicht mal eine Korrelation.)</p>
<p>Ich w&#252;rde es richtiger finden, Risiken in ein Verh&#228;ltnis zum Nutzen (jeweils insbesondere f&#252;r die Allgemeinheit) zu setzen. Also etwa: Ist es schlimmer oder risikoreicher, nachts angetrunken kurz auf dem Parkplatz zu rangieren, als tags&#252;ber n&#252;chtern einen Ausflug &#252;ber mehrere Kilometer zu machen?</p>
<p>Nat&#252;rlich hat der Alkoholspiegel im Blut den Vorteil einer objektiveren &#220;berpr&#252;fbarkeit. Aber das Fixieren der Gesetzgebung auf das Senken der Promille-Grenze erscheint mir etwas unausgewogen. Wie eine punktuelle Schlacht einer Partei. Es scheint da einen Wettlauf der Nationen zu geben: Welche am schnellsten weitestgehende Regelungen einf&#252;hrt.</p>
<p>Zur Zeit gelten Unf&#228;lle als Alkoholunf&#228;lle, wenn ein Beteiligter mindestens 0,3 Promille hat. Bei strenger &#220;bertragung dieses Kriteriums auf eine von manchem angestrebte neue Rechtslage mit null Promille als Grenze w&#252;rde dann jeder Unfall ein Alkoholunfall sein. Mit 100 Prozent alkoholisierter Beteiligter; woraus man dann wieder erkennen w&#252;rde, wie gef&#228;hrlich das Fahren unter Alkoholeinwirkung ist.</p>
<p>Zu den Risiken f&#252;r Leib und Leben wird in manchen Darstellungen das Risiko, erwischt zu werden, als bedrohlich und Strafe rechtfertigend hinzugenommen; was als etwas zirkelhaft erscheint. Vielleicht soll hier einem (oft nachzuempfindenden) Abscheu gegen Trunkenheit Luft gemacht werden.</p>
<p>Allgemein kommen mir viele Schl&#252;sse, die &#246;ffentlich aus Daten gezogen werden, so &#228;hnlich vor, wie wenn jemand sagte: Unter den Menschen &#252;ber 62 gibt es deutlich mehr Frauen als M&#228;nner; da sieht man wieder, wie ungerecht immer noch die Frauen st&#228;rker mit Alter geschlagen sind als die M&#228;nner.</p>
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