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	<title>Volkmar Kobelt &#187; Tüfteleien</title>
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	<description>Gedanken und vielleicht Erinnerungen</description>
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		<title>Nochmal Ziegenproblem</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 19:38:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Volkmar Kobelt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tüfteleien]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Ziegenproblem]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz wiederholt: Ein Kandidat f&#252;r den Gewinn eines Autos steht vor 3 geschlossenen Toren, hinter einem steht ein Auto, hinter den anderen jeweils nur eine Ziege. Ein Moderator gibt dem Kandidaten die M&#246;glichkeit, durch Zeigen auf ein Tor das Auto zu gewinnen. Das ist ausf&#252;hrlicher zu formulieren.
Vielen Formulierungen werden Schl&#252;sse &#252;ber das zweckm&#228;&#223;ige Verhalten des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz wiederholt: Ein Kandidat f&#252;r den Gewinn eines Autos steht vor 3 geschlossenen Toren, hinter einem steht ein Auto, hinter den anderen jeweils nur eine Ziege. Ein Moderator gibt dem Kandidaten die M&#246;glichkeit, durch Zeigen auf ein Tor das Auto zu gewinnen. Das ist ausf&#252;hrlicher zu formulieren.</p>
<p>Vielen Formulierungen werden Schl&#252;sse &#252;ber das zweckm&#228;&#223;ige Verhalten des Kandidaten angef&#252;gt, die anscheinend nicht ber&#252;cksichtigen, dass die dem Kandidaten zur Verf&#252;gung stehenden Wahrscheinlichkeiten von dessen Kenntnisstand abh&#228;ngen. Beispiel f&#252;r solche Abh&#228;ngigkeit: Wenn ich vor einem M&#252;nzwurf beiden M&#246;glichkeiten (Wappen oder Zahl) die gleiche Wahrscheinlichkeit gebe, haben sie diese zun&#228;chst auch noch nach dem Wurf, falls die M&#252;nze von einem Gegenstand (etwa einem Tisch) f&#252;r mich verdeckt gefallen ist. Anders f&#252;r jemanden, der die M&#252;nze dann im Blickfeld hat.</p>
<p>Dementsprechend versuche ich mal, die Aufgabe etwas von hinten aufgez&#228;umt abstrakter zu formulieren, damit das &#252;blicherweise angegebene Ergebnis herauskommen kann:</p>
<p>Der Moderator zeigt dem Kandidaten die 3 Tore, k&#252;ndigt ihm an, dass er (der Kandidat) eines der Tore beliebig ausw&#228;hlen soll (der Zeiger eines Gl&#252;cksrads t&#228;te es auch) und dass er, der Moderator, dann von den beiden anderen Toren eines &#246;ffnen w&#252;rde, hinter dem sich eine Ziege befindet. Ein solches gibt es jedenfalls, der Moderator wei&#223;, wo sich das Auto befindet, der Kandidat wei&#223; das nicht, aber ist &#252;ber die sonstigen Umst&#228;nde aufgekl&#228;rt. Dann soll der Kandidat entscheiden, ob er das zun&#228;chst bezeichnete Tor oder (nach dem Moderator-Eingriff) das unge&#246;ffnete von den beiden anderen &#246;ffnen will, um m&#246;glichst das Auto dahinter zu finden (und zu gewinnen).</p>
<p>Wenn der Kandidat jedem Tor als m&#246;glichem Treffer die Wahrscheinlichkeit 1/3 gibt, so ist hinter dem vorbezeichneten Tor das Auto mit der Wahrscheinlichkeit 1/3, hinter einem der beiden anderen insgesamt mit der Wahrscheinlichkeit 2/3. Wenn der Kandidat k&#246;nnte, w&#252;rde er also sinnvollerweise die beiden anderen Tore w&#228;hlen. Darauf l&#228;uft es aber hinaus, wenn der Moderator (nach dieser Wahl) eines der beiden Tore &#246;ffnet und der Kandidat nur noch das andere zu &#246;ffnen braucht.</p>
<p>Anders gesagt: Die Entscheidungsgr&#252;nde sind so, als w&#252;rde dem Kandidaten gesagt, er m&#246;ge ein Tor oder zwei Tore w&#228;hlen, was letzteres er sinnvollerweise tun wird. Der Moderator erleichtert ihm das weitere Vorgehen, indem er von den gew&#228;hlten ein Tor mit einer Ziege &#246;ffnet. Dann kann der Kandidat hinter dem anderen nachsehen, ob er das Auto gewonnen hat.</p>
<p>So zwingend mir diese Argumente erscheinen, st&#246;rt doch vielleicht etwas die Indirektheit: Insbesondere w&#228;chst der Kenntnisstand des Kandidaten mit dem &#214;ffnen des Ziegentors durch den Moderator, andererseits hat das f&#252;r die Richtigkeit der (schon getroffenen) Entscheidung keine Bedeutung. Ich sehe hier zwei Aspekte dieser Problematik: Zum einen wird eine Wahrscheinlichkeit durch Mangel an Wissen bestimmt. Im einfachsten Fall gibt es zu einem Ereignis eine Alternative. Wenn ich dann zu den Bedingungen des Eintretens nichts weiter wei&#223;, werde ich den beiden m&#246;glichen Ereignissen jeweils die Wahrscheinlichkeit 1/2 geben. Werde aber das (faktische) Nichtwissen nicht belegen k&#246;nnen. Zum anderen spielt in der gegebenen Situation das Wissen oder eine Annahme &#252;ber das Wissen (wenn nicht sogar die Absicht) eines Anderen eine komplizierte Rolle. -</p>
<p>Nach manchen Formulierungen der Aufgabe d&#252;rfte aber dem Kandidaten z.B. nach Wahl des ersten Tors die Aufforderung des Moderators, erneut zu w&#228;hlen, unerwartet kommen und ohne dass er wei&#223;, ob diese neue Aufforderung von seiner ersten &#8220;Wahl&#8221; abh&#228;ngt. Was soll er dann schlie&#223;en? Das h&#228;ngt vielleicht vom Wetter ab. Jedenfalls sollte der Aufgabensteller bei der Bewertung der Entscheidung des Kandidaten oder der R&#228;tsel-L&#246;ser diesen nicht seinen eigenen unausgesprochenen Kenntnisstand unterstellen.</p>
<p>Wobei ich meine, dass die Aufkl&#228;rung dieser Missverst&#228;ndnisse oder Ungereimtheiten eher philosophisch als mathematisch m&#246;glich ist. -</p>
<p><a href="http://volkmar-kobelt.de/tuefteleien/ziegenproblem.html">Hier</a> eine umst&#228;ndlichere fr&#252;here Darlegung von mir.</p>
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